Ich sitze auf der Fensterbank und starre auf mein Handy. Die Beine lasse ich aus dem Fenster baumeln. Auf der Straße fahren die Autos vorbei. Manchmal schaut mich einer der Autofahrer dämlich an. Dann zeige ich ihm meinen Mittelfinger. Die Sonne scheint und es fühlt sich gar nicht an wie Anfang Februar. Im Haus gegenüber streckt ein Kind seinen Kopf aus dem Fenster. "Wann gehen wir in den Zoo?" ruft es seiner Mutter zu, die unten vor der Haustür steht und sich mit der Nachbarin unterhält. 'Scheiß Zoo' denke ich. 'Alles Tierquälerei.' Und dann wünschte ich, ich wäre wieder acht und wüsste das nicht, weil Zoos eigentlich cool sind. 'Scheiß Älterwerden' denke ich und 'Scheiß Liebeskummer. Ich hab keinen um diesen ganzen Erwachsenenkram gebeten.' Ich habe große Lust einfach vom Fensterbrett zu rutschen und mich auf die Straße zu stürzen. 'Scheiß Erdgeschosswohnung' denke ich. 'Nichtmal vernünftig umbringen kann man sich hier.'
Die Mutter und das Kind auf der anderen Straßenseite sind verschwunden. Sie packen jetzt ihre Rucksäcke mit Keksen und Milchbrötchen und Trinkpäckchen und stinkenden Bifis voll und fahren dann in den scheiß Zoo. Ich bin so verzweifelt, dass ich sie am liebsten fragen würde, ob sie mich mitnehmen. Aber ich trage 'ne Jogginghose und hab' Pickel im Gesicht. Ich geh heute nirgends mehr hin. Deswegen sitze ich auch in meinem Fenster und nicht unten am Rhein. Bloß nicht unter Leute kommen. 'Scheiß Clerasil' denke ich, 'Alles Lüge. Bringt eh nichts' und schiebe mir das gefühlt tausendste Stück Schokolade an diesem Tag in den Mund. Aus der Wohnung über mir ertönt laut "Viva Colonia". 'Scheiß Karneval' stöhne ich und halte mir die Ohren zu. Ich vergrabe das Gesicht in den Händen und habe das unbändige Verlangen zu Schreien.
'Fick dich' denke ich und schaue auf mein Handy. Das WhatsApp Symbol funkelt mich hämisch an. "Keine neuen Nachrichten". 'Fick dich' denke ich wieder und werfe mein Handy quer durchs Zimmer Richtung Bett. 'Du merkst es ja nichtmal, wenn ich dich ignoriere.' Klatsch. Das Handy hat mein Bett um gut einen halben Meter verfehlt und ist mit dem Display auf dem hässlichen PVC Boden gelandet. 'Schrödingers Handy' denke ich. 'Ich weiß erst, ob es kaputt ist oder nicht, wenn ich nachgesehen habe.' Und dann fange ich an zu Heulen. Sitze in der warmen Februarsonne auf der Fensterbank meiner Einzimmerwohnung und heule wie ein kleines Mädchen.
'Ich wünschte ich hätte Bier' denke ich. 'Und Kippen. Dann könnte ich jetzt richtig schön asozial sein und das würde dich aufregen.' Schniefend wische ich mir den Rotz am Ärmel meines grauen Schlabberpullis ab. 'Aber du bist ja so damit beschäftigt unabhängig zu sein, du würdest es nichtmal mitkriegen.'
Mein Handy hat immer noch keinen Ton von sich gegeben. 'Scheiß Schrödinger' denke ich. Ein Autofahrer hält an der Ampel vor meinem Fenster und glubscht mich an. 'Scheißkerl' denke ich und strecke ihm meinen Mittelfinger entgegen. Er erwidert die Geste und braust davon. 'Scheiß Karma' denke ich. 'Ich hoffe du baust 'nen Unfall und verreckst dabei.' Und dann schäme ich mich, weil man sowas nicht denken darf.
Ich schließe die Augen und drehe meinen Kopf in Richtung Sonne. Die warmen Strahlen trocknen die hellen Tränenspuren auf meinem Gesicht. Die Vögel zwitschern. Der Himmel ist blau, keine Wolke zu sehen. Die sind alle in meinem Kopf. 'Scheiß gutes Wetter' denke ich. Von Fern hört man das Rauschen der Autobahn.
Plötzlich brummt mein Handy. Wie elektrisiert reiße ich die Augen auf. 'Nein ich werde nicht nachschauen. Ich ignoriere dich grade und das sollst du mitkriegen' denke ich während ich auch schon eilig von der Fensterbank klettere. Als ich das Handy aufhebe zittern meine Finger. Ich gehe zurück zur Fensterbank und lehne mich mit der Hüfte dagegen. Die Sonne wärmt meinen Nacken. 'Na gut ich werde die Sms lesen aber antworten werde ich nicht' denke ich während ich das kleine Telefonhörersymbol anklicke. Schweigend starre ich deine Nachricht einige Minuten an. Schließlich tippe ich "Ich dich auch" und drücke auf "Senden". 'Scheiß Liebe' denke ich und muss lächeln.
Posts mit dem Label scheiße werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label scheiße werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Mittwoch, 18. Februar 2015
Montag, 23. Juni 2014
Schicksale.
Es ist Montagnacht. Halb Zwölf. Und ich sollte endlich mal Schlafen gehen.
Seufzend klappe ich mein Buch zu und lege es auf den Nachttisch. Eigentlich viel zu Schade mitten im Kapitel aufzuhören. Aber ich muss morgen früh raus. Ich lösche das Licht und rolle mich auf die Seite.
...
Ach scheiß drauf. Wenigstens ein Kapitel noch. Ich mache das Licht wieder an und greife mit eiligen Bewegungen nach meinem Buch. Ich kann es kaum erwarten, wie es weiter geht. Wird er noch rechtzeitig ankommen? Ich gehe durch die Nacht, meine Beine tragen mich, bewegen sich unermüdlich, Kilometer um Kilometer. Mein Fenster ist offen. Von draußen höre ich Geschrei. Es nervt. Aber nicht zu sehr, als dass ich aufstehen würde, um das Fenster zu schließen. Die Sohlen meiner Schuhe berühren den Boden kaum, gleiten über Das Gebrüll ist lauter als sonst. Es klingt als würden sich zwei Männer streiten. Verdammte Hochhaussiedlung. Ich versuche mich zu konzentrieren. gleiten über den Asphalt. Da ist ein großer dunkler Parkplatz, auf dem nur ein einziges Auto Gott sind die laut. Ich überlege das Fenster doch zuzumachen. Muss ein echt heftiger Streit sein heute. Ich höre eine Frau schreien. auf dem nur ein einziges Auto steht. Ein Auto dessen Tür aufgestoßen wird, als ich Was war das? Ich lausche in die Dunkelheit. Drehe meinen Kopf zum Fenster hin. Bin mir sicher ein Kind weinen gehört zu haben. Da schon wieder. Zu laut, zu deutlich um überhört werden zu können. Dann etwas dumpfes, ein klatschen. Fast wie ein Schlag ins Gesicht. Ich kneife die Augen zusammen. als ich Verdammt es geht nicht. Ich stehe auf und spähe durch den Spalt zwischen meinen Vorhängen. Das Licht der Laterne blendet mich. Ich kann nichts erkennen. Ich mache meine Nachttischlampe aus. Will nich, dass jemand sieht, dass ich noch wach bin. Der Wecker zeigt Mitternacht. Ich lausche. Das Weinen wird lauter. Auch das Gebrüll der Männer. Das muss doch verdamt nochmal jemand hören. Ich habe Angst.
Plötzlich wird es still. Totenstill. Ich bekomme Panik.
Doch dann höre ich gegenüber die Tür aufgehen. Jetzt, ganz deutlich: Kinderschreie. Die Schreie vieler Kinder. Und sie Stimme einer Frau. Hektisch. Abgehackt. "Bitte kommen Sie. Schnell. Ich glaube, die bringen sich da oben um."
Scheiße.
...
Eine Schrecksekunde. Vielleicht zwei. Dann springe ich aus dem Bett. Scheiß auf BH oder Schuhe, 'ne Hose muss reichen. Ich schnappe mir die Wohnungsschlüssel und renne auf die Straße.
Da auf der gegenüberliegenden Straßenseite stehen sie. Eine Frau mit; ich muss schlucken; sechs kleinen Kindern an der Hand. Die Jüngste höchstens zwei Jahre alt. Sie weinen, brüllen, schreien aufgeregt durcheinander, während die Frau immer noch aufgelöst in ihr Handy spricht. Ich nähere mich ihnen vorsichtig.
"Entschuldigen sie.. Brauchen sie Hilfe?" Die Kinder verstummen auf die Sekunde und starren mich mit großen Augen an. Hastig wendet sich die junge Frau mir zu. Ihre strähnigen Haare sind blond gefärbt. Der Ansatz wächst bereits deutlich dunkler nach. Sie hat tiefe Ringe unter den Augen. Und sie ist dünn. Erschreckend dünn. "Ja. Bitte. Da oben. Mein Mann. Eifersüchtig. Hat mich geschlagen. Sind geflüchtet. Raus hier. Nur raus hier." Unzusammenhängende Worte sprudeln aus ihrem Mund während sie mich entsetzt ansieht. "Ein Freund von uns. Seine Kinder. Eifersüchtig. Messer. Die bringen sich um." Und immer wieder: "Die bringen sich um". Ich denke nicht nach. Schaue in die Gesichter der Kinder. Keins scheint verletzt. Gut. "Kommen sie. Wir gehen rüber in unseren Hausflur. Da sind sie sicherer falls der Typ runter kommt." Mir wird kalt. Falls der Typ runter kommt.
"Okay okay. Gehen wir." Hektisch packt sie zwei der Kinder am Ärmel. Den Rest treibt sie vor sich her. Wir hasten über die Straße.
Ich will das Licht ausmachen. Will, dass sie die Tür schließt. Aber sie möchte ihren Hauseingang beobachten. Ich traue mich nicht, etwas zu sagen. Lass ihn nur nicht runterkommen. Er darf bloß nicht sehen, wo ich wohne und seine Frau und Kinder verstecke. Bloß nicht. Ich zittere.
Alles ist still. Die Kinder um mich herum schauen mich an. Große Kulleraugen, die noch tränenfeucht glänzen. Ich hocke mich zu ihnen. "Hallo. Also ich bin Lisa und wie heißt ihr?" Ein aufgeregtes Geplapper entsteht. Jeder will zuerst. "Ich bin Jerome." "Ronny." "Ich heiße Jaquline." "Pascal." "Justin." "Und das da ist Jenny." Der Kleinsten fällt der Schnuller aus dem Mund. Ich muss lächeln.
"Schhhhhh!!" fährt die Mutter sie an. Augenblicklich verstummen die Kinder vor meinen Augen. Hey nicht so aggressiv. Sei froh, dass ich deine Blagen ablenke und sie nicht mehr heulen! Aber ich will mich ja nicht in die Erziehung anderer Leute einmischen. Wann kommt bloß dieses verdammte Polizeiauto?
"Ich komme nach den Ferien in die Schule." "Oh wirklich? Und freust" "Wir sind sogar schon in der zweiten Klasse!" "Wow. Das ist ja" "Guck mal ich hab Hello Kitty Socken." "Oh die sind aber" "Zu meinem Geburtstag bekomme ich ein Fahrrad." "Pscht! Jetzt seid verdammt nochmal leise!!" Erschrocken heben wir sieben die Köpfe. Ich habe mir noch nie von jemandem so den Mund verbieten lassen. Immerhin ist das hier mein Hausflur. Sie sollte lieber froh sein, dass.. Ein Polizeiauto biegt fast lautlos um die Kurve. Nur zu erkennen an seinem schleichenden, suchenden Tempo. Aufgeregt springt sie aus meinem Hausflur heraus auf die Straße und winkt mit den Armen. Ich bleibe bei den Kindern stehen. Sie redet auf die Polizisten ein. Gestikuliert wild. Deutet immer wieder nach oben. Dreht sich kein einziges Mal zu uns um. Die Polizisten betreten das Gebäude. Sie bleibt noch einen Moment lang unschlüssig stehen, kommt dann zu uns zurück. "Ist am besten wenn ich jetzt reingehe und meine Sachen hole, oder? Jetzt wo die Beamten da sind kann ja nichts passieren." "Hm ja. Ja ist wahrscheinlich besser so." Und die Sachen von den Kindern? "Haben sie denn einen Platz wo sie heute Nacht hinkönnen?" "Nein. Hab ich natürlich nicht!" "Hm." Ich würde ihr unser Wohnzimmer anbieten. Würde ich wirklich tun. Nicht für sie. Für die Kinder. Aber kann ich natürlich nicht. Mein Papa würde mich lynchen.
"Also wir gehen jetzt da rüber. Zack Zack." Sie packt die Kinder an den Händen und erneut hasten sie über die Straße. Nur diesesmal ohne mich.
...
In Sekundenschnelle sind sie im Schatten des hohen Gebäudes verschwunden. Ich bleibe noch ein paar Minuten im Hauseingang stehen. Barfuß. Und zitternd. Als wäre ich eins ihrer Kinder, dass sie vergessen hat.
Schließlich schließe ich die Tür. Drehe den Schlüssel zweimal im Schloss herum und tapse zurück in mein Zimmer. Ich lausche durch die Dunkelheit nach draußen. Doch jetzt, ist nichts mehr zu hören. Irgendwann fährt ein Auto davon. Ob sie mitgefahren oder geblieben sind, weiß ich nicht.
Deswegen mag ich Bücher. Da erfährt man, wie die Geschichte endet.
Seufzend klappe ich mein Buch zu und lege es auf den Nachttisch. Eigentlich viel zu Schade mitten im Kapitel aufzuhören. Aber ich muss morgen früh raus. Ich lösche das Licht und rolle mich auf die Seite.
...
Ach scheiß drauf. Wenigstens ein Kapitel noch. Ich mache das Licht wieder an und greife mit eiligen Bewegungen nach meinem Buch. Ich kann es kaum erwarten, wie es weiter geht. Wird er noch rechtzeitig ankommen? Ich gehe durch die Nacht, meine Beine tragen mich, bewegen sich unermüdlich, Kilometer um Kilometer. Mein Fenster ist offen. Von draußen höre ich Geschrei. Es nervt. Aber nicht zu sehr, als dass ich aufstehen würde, um das Fenster zu schließen. Die Sohlen meiner Schuhe berühren den Boden kaum, gleiten über Das Gebrüll ist lauter als sonst. Es klingt als würden sich zwei Männer streiten. Verdammte Hochhaussiedlung. Ich versuche mich zu konzentrieren. gleiten über den Asphalt. Da ist ein großer dunkler Parkplatz, auf dem nur ein einziges Auto Gott sind die laut. Ich überlege das Fenster doch zuzumachen. Muss ein echt heftiger Streit sein heute. Ich höre eine Frau schreien. auf dem nur ein einziges Auto steht. Ein Auto dessen Tür aufgestoßen wird, als ich Was war das? Ich lausche in die Dunkelheit. Drehe meinen Kopf zum Fenster hin. Bin mir sicher ein Kind weinen gehört zu haben. Da schon wieder. Zu laut, zu deutlich um überhört werden zu können. Dann etwas dumpfes, ein klatschen. Fast wie ein Schlag ins Gesicht. Ich kneife die Augen zusammen. als ich Verdammt es geht nicht. Ich stehe auf und spähe durch den Spalt zwischen meinen Vorhängen. Das Licht der Laterne blendet mich. Ich kann nichts erkennen. Ich mache meine Nachttischlampe aus. Will nich, dass jemand sieht, dass ich noch wach bin. Der Wecker zeigt Mitternacht. Ich lausche. Das Weinen wird lauter. Auch das Gebrüll der Männer. Das muss doch verdamt nochmal jemand hören. Ich habe Angst.
Plötzlich wird es still. Totenstill. Ich bekomme Panik.
Doch dann höre ich gegenüber die Tür aufgehen. Jetzt, ganz deutlich: Kinderschreie. Die Schreie vieler Kinder. Und sie Stimme einer Frau. Hektisch. Abgehackt. "Bitte kommen Sie. Schnell. Ich glaube, die bringen sich da oben um."
Scheiße.
...
Eine Schrecksekunde. Vielleicht zwei. Dann springe ich aus dem Bett. Scheiß auf BH oder Schuhe, 'ne Hose muss reichen. Ich schnappe mir die Wohnungsschlüssel und renne auf die Straße.
Da auf der gegenüberliegenden Straßenseite stehen sie. Eine Frau mit; ich muss schlucken; sechs kleinen Kindern an der Hand. Die Jüngste höchstens zwei Jahre alt. Sie weinen, brüllen, schreien aufgeregt durcheinander, während die Frau immer noch aufgelöst in ihr Handy spricht. Ich nähere mich ihnen vorsichtig.
"Entschuldigen sie.. Brauchen sie Hilfe?" Die Kinder verstummen auf die Sekunde und starren mich mit großen Augen an. Hastig wendet sich die junge Frau mir zu. Ihre strähnigen Haare sind blond gefärbt. Der Ansatz wächst bereits deutlich dunkler nach. Sie hat tiefe Ringe unter den Augen. Und sie ist dünn. Erschreckend dünn. "Ja. Bitte. Da oben. Mein Mann. Eifersüchtig. Hat mich geschlagen. Sind geflüchtet. Raus hier. Nur raus hier." Unzusammenhängende Worte sprudeln aus ihrem Mund während sie mich entsetzt ansieht. "Ein Freund von uns. Seine Kinder. Eifersüchtig. Messer. Die bringen sich um." Und immer wieder: "Die bringen sich um". Ich denke nicht nach. Schaue in die Gesichter der Kinder. Keins scheint verletzt. Gut. "Kommen sie. Wir gehen rüber in unseren Hausflur. Da sind sie sicherer falls der Typ runter kommt." Mir wird kalt. Falls der Typ runter kommt.
"Okay okay. Gehen wir." Hektisch packt sie zwei der Kinder am Ärmel. Den Rest treibt sie vor sich her. Wir hasten über die Straße.
Ich will das Licht ausmachen. Will, dass sie die Tür schließt. Aber sie möchte ihren Hauseingang beobachten. Ich traue mich nicht, etwas zu sagen. Lass ihn nur nicht runterkommen. Er darf bloß nicht sehen, wo ich wohne und seine Frau und Kinder verstecke. Bloß nicht. Ich zittere.
Alles ist still. Die Kinder um mich herum schauen mich an. Große Kulleraugen, die noch tränenfeucht glänzen. Ich hocke mich zu ihnen. "Hallo. Also ich bin Lisa und wie heißt ihr?" Ein aufgeregtes Geplapper entsteht. Jeder will zuerst. "Ich bin Jerome." "Ronny." "Ich heiße Jaquline." "Pascal." "Justin." "Und das da ist Jenny." Der Kleinsten fällt der Schnuller aus dem Mund. Ich muss lächeln.
"Schhhhhh!!" fährt die Mutter sie an. Augenblicklich verstummen die Kinder vor meinen Augen. Hey nicht so aggressiv. Sei froh, dass ich deine Blagen ablenke und sie nicht mehr heulen! Aber ich will mich ja nicht in die Erziehung anderer Leute einmischen. Wann kommt bloß dieses verdammte Polizeiauto?
"Ich komme nach den Ferien in die Schule." "Oh wirklich? Und freust" "Wir sind sogar schon in der zweiten Klasse!" "Wow. Das ist ja" "Guck mal ich hab Hello Kitty Socken." "Oh die sind aber" "Zu meinem Geburtstag bekomme ich ein Fahrrad." "Pscht! Jetzt seid verdammt nochmal leise!!" Erschrocken heben wir sieben die Köpfe. Ich habe mir noch nie von jemandem so den Mund verbieten lassen. Immerhin ist das hier mein Hausflur. Sie sollte lieber froh sein, dass.. Ein Polizeiauto biegt fast lautlos um die Kurve. Nur zu erkennen an seinem schleichenden, suchenden Tempo. Aufgeregt springt sie aus meinem Hausflur heraus auf die Straße und winkt mit den Armen. Ich bleibe bei den Kindern stehen. Sie redet auf die Polizisten ein. Gestikuliert wild. Deutet immer wieder nach oben. Dreht sich kein einziges Mal zu uns um. Die Polizisten betreten das Gebäude. Sie bleibt noch einen Moment lang unschlüssig stehen, kommt dann zu uns zurück. "Ist am besten wenn ich jetzt reingehe und meine Sachen hole, oder? Jetzt wo die Beamten da sind kann ja nichts passieren." "Hm ja. Ja ist wahrscheinlich besser so." Und die Sachen von den Kindern? "Haben sie denn einen Platz wo sie heute Nacht hinkönnen?" "Nein. Hab ich natürlich nicht!" "Hm." Ich würde ihr unser Wohnzimmer anbieten. Würde ich wirklich tun. Nicht für sie. Für die Kinder. Aber kann ich natürlich nicht. Mein Papa würde mich lynchen.
"Also wir gehen jetzt da rüber. Zack Zack." Sie packt die Kinder an den Händen und erneut hasten sie über die Straße. Nur diesesmal ohne mich.
...
In Sekundenschnelle sind sie im Schatten des hohen Gebäudes verschwunden. Ich bleibe noch ein paar Minuten im Hauseingang stehen. Barfuß. Und zitternd. Als wäre ich eins ihrer Kinder, dass sie vergessen hat.
Schließlich schließe ich die Tür. Drehe den Schlüssel zweimal im Schloss herum und tapse zurück in mein Zimmer. Ich lausche durch die Dunkelheit nach draußen. Doch jetzt, ist nichts mehr zu hören. Irgendwann fährt ein Auto davon. Ob sie mitgefahren oder geblieben sind, weiß ich nicht.
Deswegen mag ich Bücher. Da erfährt man, wie die Geschichte endet.
Freitag, 9. Mai 2014
Ironie.
Es ist schon komisch. Dienstagabend wollte ich unbedingt schlafen gehen, weil ich hoffte, dann von dir zu träumen. Mittwochabend hatte ich Angst schlafen zu gehen, weil ich wusste, ich würde dann von dir träumen.
Wie sich die Welt innerhalb eines Tages auf den Kopf stellen kann.
Wie sich die Welt innerhalb eines Tages auf den Kopf stellen kann.
Und wir stoßen an, auf den Sommer, der unserer hätte werden können.
Perspektivlos dümpel ich durch mein Leben.
Eine Flaute. Kein Land in Sicht
Ertränke die langen Wochenenden in Langeweile und Tränen.
Ein Ozean. Tief, endlos und dunkel.
Schreibe hundert Sms, von denen keine jemals abgeschickt werden wird.
Eine Flaschenpost. Niemand wird sie lesen.
Lasse die Tage in Arbeit versinken, nur um nicht denken zu müssen.
Ein Loch. Das geflickt werden muss.
Suche nach alternativen Beschäftigungen.
Ein Schiff. Das nicht untergehen darf.
Weiß nichts mit mir anzufangen.
Ein Seemann. Der seinen Kompass verlor.
Zwischen "Vermiss mich nicht" und "Vermiss mich ein bisschen"
Und immer wenn ich deine gut gelaunte Fresse sehe, könnte ich reinschlagen.
Dich durch deinen Lieblingsclub gehen sehe. Der einmal unserer war.
Und immer wenn ich dein blödes Lachen höre, könnte ich kotzen.
Dich mit deinen Freunden reden höre. Die einmal unsere waren.
Wie lange hast du mich vermisst? Hm, wie lange hast du gebraucht um über mich hinwegzukommen? Eine Stunde? Zwei? Mit Sicherheit nicht länger.
Als ich leergeweint auf dem kalten Fußboden saß, was hast du da gemacht? Mit deinen Freunden gekifft? Fernsehen geguckt? Schon die Nächste gevögelt? Mit Sicherheit nichts cooles.
Am Anfang ist man tot.
Von Innen.
Dann nur noch leer.
Dann denkt man, man sei schon darüber hinweg.
Für ein paar glückliche Tage.
Und dann versteht man.
Versteht, dass es immer noch weh tut.
Viel mehr als am Anfang.
Und man weint.
Viel mehr, als man jemals gedacht hätte.
Am Ende ist man still.
Für immer.
Wir hätten richtig gute Freunde sein können. Und das ist das Behindertste an der ganzen Sache. Du hast mir meinen besten Freund weg genommen. Scheiß auf Beziehung. Das ganze Geknutsche und Händchenhalten ist mir egal. Was mir wichtig war, warst du.
All' das würd ich dir sagen, wenn du mir was bedeuten würdest. Tust du nicht. Ich lieb' dich nicht und es ist gut wie es ist.
___
Gefühlsmatsch mit Songzitaten von Heisskalt und Kraftklub.
Dich durch deinen Lieblingsclub gehen sehe. Der einmal unserer war.
Und immer wenn ich dein blödes Lachen höre, könnte ich kotzen.
Dich mit deinen Freunden reden höre. Die einmal unsere waren.
Wie lange hast du mich vermisst? Hm, wie lange hast du gebraucht um über mich hinwegzukommen? Eine Stunde? Zwei? Mit Sicherheit nicht länger.
Als ich leergeweint auf dem kalten Fußboden saß, was hast du da gemacht? Mit deinen Freunden gekifft? Fernsehen geguckt? Schon die Nächste gevögelt? Mit Sicherheit nichts cooles.
Am Anfang ist man tot.
Von Innen.
Dann nur noch leer.
Dann denkt man, man sei schon darüber hinweg.
Für ein paar glückliche Tage.
Und dann versteht man.
Versteht, dass es immer noch weh tut.
Viel mehr als am Anfang.
Und man weint.
Viel mehr, als man jemals gedacht hätte.
Am Ende ist man still.
Für immer.
Wir hätten richtig gute Freunde sein können. Und das ist das Behindertste an der ganzen Sache. Du hast mir meinen besten Freund weg genommen. Scheiß auf Beziehung. Das ganze Geknutsche und Händchenhalten ist mir egal. Was mir wichtig war, warst du.
All' das würd ich dir sagen, wenn du mir was bedeuten würdest. Tust du nicht. Ich lieb' dich nicht und es ist gut wie es ist.
___
Gefühlsmatsch mit Songzitaten von Heisskalt und Kraftklub.
Montag, 21. April 2014
Hoffnung auf ein Happy End
Kennt ihr diese romantischen Komödien, die alle nach dem selben Schema aufgebaut sind?
Mann lernt Frau kennen - Beide sind total glücklich miteinander - Einer von beiden macht etwas dämliches/ es passiert etwas Schreckliches - die Beiden trennen sich - Alle sind total unglücklich - die Person an der's gescheitert ist entschuldigt sich - die Beiden kommen wieder zusammen - Alle sind glücklich
Kennt man ne?
Ich hasse diese Phase in den Filmen, in der alles schief läuft. Auch wenn ich genau weiß, dass am Ende alles gut ausgeht, kann ich es mir unglaublich schlecht angucken, wie Fehler gemacht und Herzen gebrochen werden. Es macht mich jedes mal furchtbar traurig und ich leide richtig mit den Personen mit.
Wenn ich den Streifen schon kenne, dann kann es sogar vorkommen, dass ich diesen Teil des Filmes einfach überspringe. Schlichtweg weil ich es mir dieses Unglück nicht antun möchte.
Das Problem ist, dass man im wirklichen Leben Schmerz, Trauer und Unglück nicht einfach überspringen oder vorspulen kann und dass man nicht wissen kann, ob am Ende alles wieder gut wird. Denn vielleicht ist dein Leben ja gar keine romantische Komödie sondern ein Beziehungsdrama oder ein Horrorfilm.
Man muss diese Phasen einfach hinnehmen, darf sich nicht die Augen zuhalten, den Ton ausstellen oder aufstehen und gehen. Denn das ist dein Leben und mitten auf der Strecke aussteigen ist nicht. Nimm es hin, schau genau zu, lerne aus Fehlern und hoffe einfach, dass am Ende doch noch alles gut ausgeht. Mehr kannst du eh nicht tun.
Mann lernt Frau kennen - Beide sind total glücklich miteinander - Einer von beiden macht etwas dämliches/ es passiert etwas Schreckliches - die Beiden trennen sich - Alle sind total unglücklich - die Person an der's gescheitert ist entschuldigt sich - die Beiden kommen wieder zusammen - Alle sind glücklich
Kennt man ne?
Ich hasse diese Phase in den Filmen, in der alles schief läuft. Auch wenn ich genau weiß, dass am Ende alles gut ausgeht, kann ich es mir unglaublich schlecht angucken, wie Fehler gemacht und Herzen gebrochen werden. Es macht mich jedes mal furchtbar traurig und ich leide richtig mit den Personen mit.
Wenn ich den Streifen schon kenne, dann kann es sogar vorkommen, dass ich diesen Teil des Filmes einfach überspringe. Schlichtweg weil ich es mir dieses Unglück nicht antun möchte.
Das Problem ist, dass man im wirklichen Leben Schmerz, Trauer und Unglück nicht einfach überspringen oder vorspulen kann und dass man nicht wissen kann, ob am Ende alles wieder gut wird. Denn vielleicht ist dein Leben ja gar keine romantische Komödie sondern ein Beziehungsdrama oder ein Horrorfilm.
Man muss diese Phasen einfach hinnehmen, darf sich nicht die Augen zuhalten, den Ton ausstellen oder aufstehen und gehen. Denn das ist dein Leben und mitten auf der Strecke aussteigen ist nicht. Nimm es hin, schau genau zu, lerne aus Fehlern und hoffe einfach, dass am Ende doch noch alles gut ausgeht. Mehr kannst du eh nicht tun.
Montag, 19. August 2013
Wie ein Schlag ins Gesicht
Du unterhälst dich mit jemandem den du magst. Ziemlich viel sogar.
Du erzählst etwas. Er erzählt etwas.
Du lachst. Er lacht.
Die Welt ist in Ordnung.
Und dann; mitten im Wort holt er aus und schlägt dir so heftig ins Gesicht, dass dir schwarz vor Augen wird.
Als du wieder wach wirst ist er weg.
Und du blutest. Ziemlich viel sogar.
Schluss.
Du erzählst etwas. Er erzählt etwas.
Du lachst. Er lacht.
Die Welt ist in Ordnung.
Und dann; mitten im Wort holt er aus und schlägt dir so heftig ins Gesicht, dass dir schwarz vor Augen wird.
Als du wieder wach wirst ist er weg.
Und du blutest. Ziemlich viel sogar.
Schluss.
Samstag, 27. Juli 2013
Die Qual der Wahl
Ich hab' die Zusage für mindestens einen Studienplatz.
Ich hab' auch noch ein fsj in Aussicht.
Es ist also sicher dass ich nach den Sommerferien etwas habe, was ich machen kann.
Und es wird so enden dass ich nichts mache;
...denn das was ich wirklich wollte, das hab ich nicht.
Ich hab' auch noch ein fsj in Aussicht.
Es ist also sicher dass ich nach den Sommerferien etwas habe, was ich machen kann.
Und es wird so enden dass ich nichts mache;
...denn das was ich wirklich wollte, das hab ich nicht.
Abonnieren
Posts (Atom)