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Freitag, 28. November 2014

Die Philosophie des Glücks

"Ich frage mich, wo wir sein werden wenn wir 33 sind", sagte er und kickte gedankenverloren einen Stein in den Fluss. "33? Wieso ausgerechnet 33?" Ich musste lachen. "Weiß nicht", er grinste, "ist 'ne Schnapszahl. Und ich mag Schnaps." "Idiot" lachte ich und bückte mich um eine Muschel aufzuheben. Schweigend gingen wir weiter am Ufer entlang. Aber es ist kein gutes Schweigen. Ich merkte,dass er mit sich rang. Nach einigen Minuten brach er die Stille: "Nein mal ernsthaft jetzt. Was glaubst du, was dann ist? Wie wird es sein? Wie werden wir sein?" Ich seufzte."Woher soll ich das denn jetzt schon wissen? Das ist noch so lange hin." -"Aber mal angenommen.. Ich meine denk doch mal ehrlich drüber nach. Wo siehst du dich? Wo stehst du dann im Leben?" Er wirkte verzweifelt und ich merkte, dass es ihm wirklich wichtig war. "Okay" antwortete ich. "Lass mich kurz nachdenken. Dreiunddreißig.." Ich ließ mir das Wort im Mund zergehen, versuchte mir vorzustellen, wo ich leben werde, was ich arbeiten werde, wie ich aussehen werde. Hat man mit 33 schon Falten? "Ich denke" begann ich langsam "ich werde auf jeden Fall mein Studium beendet und einen festen Job gefunden haben. Ich habe einen festen, langfristigen Partner oder sogar Ehemann und wer weiß vielleicht habe ich auch ein Kind. Oder zwei oder drei oder dreiunddreißig!" Ich grinste, wollte ihn aufheitern aber ihm war nicht nach blöden Witzen zumute. "Ist es das was du willst? Ein Kind in diese Welt setzen? In diese Welt, die sich die Menschheit grade mehr und mehr selber zerstört? Gut uns wird es, wenn wir Glück haben, vielleicht nicht mehr betreffen, aber die Generation nach uns definitiv." Ich schaute ihn an. "Was meinst du damit?" "Na sieh doch mal: was glaubst du wie lange werden die Ölreserven des Planeten noch reichen? Oder Seen mit Trinkwasser. Wie lange wird es dauern, bis alle leer gepumpt wurden? Das sind keine unedlich verfügbaren Ressourcen. Das ist alles endlich! Und was glaubst du, was dann passiert? Kriege werden ausbrechen. Dann geht es nicht mehr um so banale Dinge wie Religion oder die Erweiterung eines Reiches. Dann geht es ums Horten von Lebensmitteln, ums nackte Überleben." Er warf verzeifelt die Hände in die Luft. "Das ist alles vorhersehbar. Früher oder später wird es so kommen, glaub mir. Und es wird eher früher als später eintreffen. Wer weiß vielleicht sind wir im höheren Alter sogar schon selber davon betroffen." Ich musste schlucken, unterbrach ihn jedoch nicht. "Und in diese Welt würdest du ein Kind setzen wollen? Ein unschuldiges kleines Kind, das nichts für all den Scheiß kann, den ihm frühere Generationen eingebrockt haben und des es jetzt ausbaden darf? Allen Kindern, die in den nächsten zwanzig Jahren geboren werden ist es quasi jetzt schon vorherbestimmt in einem der Wasser- oder Ölkriege einen grausamen Tod zu sterben. Ganz gleich ob als Soldat im brutalen Kampf oder an den schrecklichen Folgen des Hungers, der dann herrschen wird." Er war so aufgebracht. All' diese verstörenden Verschwörungstheorien, die da irgendwo in seinem Kopf herumschwirrten und jetzt an die Oberfläche drangen und dazu noch erschreckend realistisch klangen, machten ihm Angst. Ich blieb stehen. "Mir macht das auch Angst und ich bin mir dieser möglichen Tatsache durchaus bewusst, aber muss man denn alles direkt so schwarz sehen? Er ging noch einige Schritte ohne mich weiter, drehte sich aber schließlich doch zu mir um, so dass wir uns gegenüber standen. "Okay mal angenommen, es kommt nicht alles so tragisch, wie ich es befürchte, würde ich trotzdem kein Kind in diese Welt setzen wollen." "Wieso nicht" entgegenete ich. -"Weil die Welt und die Menschen, die auf ihr Leben auch jetzt schon schlimm genug ist. Es gibt auch jetzt schon genug Kriege, Unterdrückung, Menschenverfolgung, Folter, Seuchen und was weiß ich nicht alles. Und das wird sich definitiv auch nicht ändern oder bessern in den nächsten Jahren; das kannst selbst du nicht behaupten..." Er wirkte so unglaublich niedergeschlagen; ich ging einen Schritt auf ihn zu.
"Komm" sage ich und nehme seine Hand. "Lass mich dir etwas zeigen." Wir stapfen das Ufer hinauf, hin zu einem kleinen Spielplatz der versteckt hinter den Bäumen liegt. "Wir schaukeln jetzt" bestimme ich und ziehe ihn in Richtung Klettergerüst. "Und was soll das bringen" murrt er verdrossen und stapft missmutig durch den leicht feuchten Sand hinter mir her. "Wirst du schon sehen" sage ich und lächel ihn an. Kaum dass wir auf den Schaukeln sitzen, fange ich auch schon an zu Schwingen. "So hoch wie du kannst" rufe ich laut und lege mich ins Zeug. Der Ehrgeiz hat ihn gepackt und nun beginnnt auch er sich angestrengt vor und zurück zu schaukeln. Immer höher und höher. Die Kalte Novemberluft beißt im Gesicht, aber ich will noch mehr. "Schneller! Höher" kreische ich ausgelassen und ruder wild mit den Beinen. Er lacht. Da gleich hab ichs. "Es gibt einen Punkt" rufe ich ihm über den rauschenden Wind hinweg zu "an dem die Ketten der Schaukel nicht mehr straff gespannt sind, weil du zu hoch geschaukelt bist. Das ist der Höchste Punkt den du erreichen kannst. Und wenn du diesen einen Punkt erreicht hast, dann hält dich nichts mehr verstehst du? Du sitzt zwar auf dem Schaukelbrett und hälst dich an den Ketten fest, aber dadurch, dass sie nicht mehr straff gespannt sind fühlt es sich so an, als würdest du völlig frei schweben. Du bist schwerelos. Du fliegst!" Ich jauchze als ich nocheinmal kräftig schwung hole und das Adrenalin durch meinen Körper rauscht als sich die Ketten lockern und ich von nichts gehalten der Sonne entgegen schwinge. Ich schließe, die Augen, als ich für den nächsten Kick Schwung hole. Nur entfernt höre ich sein Lachen neben mir. Auch er hat jetzt den Punkt erreicht und fliegt. Wir schaukeln und Lachen und Kreischen und Jauchzen mit jedem Mal, das uns die Schaukel in Richtung Himmel katapultiert und uns für eine winzige kostbare Sekunde Freiheit schenkt.

Langsam lassen wir uns ausschaukeln und kommen schließlich mit roten Wangen, zerzausten Haaren und leuchtenden Augen nebeneinander zum Stehen. Ich schaue ihn an und lächele. "Siehst du: das ist pures Glück. Und ja du hast Recht, auf dieser Welt gibt es so viel Schlechtes und soviel Unglück aber ich glaube fest daran, dass alles Schöne und Gute, was diese Welt eben auch zu bieten hat, das Schlechte um ein vielfaches überwiegt." Ich stehe auf. "Wenn uns etwas nicht gefällt sind wir diejenigen, die es verändern müssen, wir sind die, die die Theorie vom Glück und nicht vom Unglück weiterverbreiten müssen und wir sind es auch, die Kinder in eben diese Welt setzen müssen, um sie zu einem besseren Ort zu machen.
Er lächelt und drückt mich an sich. "Elende Optimistin du."
Ich weiß, dass ich ihn nicht überzeugt habe, aber er hat verstanden und das ist das Wichtigste. Der nur aus Verständnis können neue Sichtweisen erwachsen
Schweigend gehen wir zurück zum Fluss. Aber dieses Mal, ist es ein gutes Schweigen.

Donnerstag, 6. November 2014

Heimweg.

Ich schaue. Durch mich hindurch.
Und sehe. Mich.
Zwei verschmierte Plexiglasscheiben. Vor mir. In der Straßenbahn.
Jeden Tag sitze ich hier und beobachte. Mich.
Durch zwei verschmierte Plexiglasscheiben. Vor mir. In der Straßenbahn.
Fettige Fingerabdrücke und farblose Frostspuren spiegeln. Mich.
Linie 18 bis nach. Bonn. Bis nach. Zuhause?
Quatsch.
Nur zwei verschmierte Plexiglasscheiben. Vor mir. In der Straßenbahn.
Die vorgeben. Zu wissen wer. Ich bin.
Das bin ich. Nicht.
Bin ich. Das?
Sieh mich an! Scheibe.
Zwei Gesichter. In zwei verschmierten Plexiglasscheiben. Vor mir. In der Straßenbahn.
Wer bin ich?
Wo bin ich?
Linie 18 bis nach. Köln. Bis nach Zuhause.

Donnerstag, 28. August 2014

Spruch des Tages






















Und das ist der Grund warum ich Flohmärkte liebe und niemals so aussehen werde wie ihr!

Freitag, 9. Mai 2014

Ironie.

Es ist schon komisch. Dienstagabend wollte ich unbedingt schlafen gehen, weil ich hoffte, dann von dir zu träumen. Mittwochabend hatte ich Angst schlafen zu gehen, weil ich wusste, ich würde dann von dir träumen.
Wie sich die Welt innerhalb eines Tages auf den Kopf stellen kann.

Und wir stoßen an, auf den Sommer, der unserer hätte werden können.

Perspektivlos dümpel ich durch mein Leben.
 Eine Flaute. Kein Land in Sicht
Ertränke die langen Wochenenden in Langeweile und Tränen.
 Ein Ozean. Tief, endlos und dunkel.
Schreibe hundert Sms, von denen keine jemals abgeschickt werden wird.
 Eine Flaschenpost. Niemand wird sie lesen.
Lasse die Tage in Arbeit versinken, nur um nicht denken zu müssen.
 Ein Loch. Das geflickt werden muss.
Suche nach alternativen Beschäftigungen.
  Ein Schiff. Das nicht untergehen darf.
Weiß nichts mit mir anzufangen.
 Ein Seemann. Der seinen Kompass verlor.

Zwischen "Vermiss mich nicht" und "Vermiss mich ein bisschen"

Und immer wenn ich deine gut gelaunte Fresse sehe, könnte ich reinschlagen.
Dich durch deinen Lieblingsclub gehen sehe. Der einmal unserer war.
Und immer wenn ich dein blödes Lachen höre, könnte ich kotzen.
Dich mit deinen Freunden reden höre. Die einmal unsere waren.

Wie lange hast du mich vermisst? Hm, wie lange hast du gebraucht um über mich hinwegzukommen? Eine Stunde? Zwei? Mit Sicherheit nicht länger.
Als ich leergeweint auf dem kalten Fußboden saß, was hast du da gemacht? Mit deinen Freunden gekifft? Fernsehen geguckt? Schon die Nächste gevögelt? Mit Sicherheit nichts cooles.

Am Anfang ist man tot.
Von Innen.
Dann nur noch leer.
Dann denkt man, man sei schon darüber hinweg.
Für ein paar glückliche Tage.
Und dann versteht man.
Versteht, dass es immer noch weh tut.
Viel mehr als am Anfang.
Und man weint.
Viel mehr, als man jemals gedacht hätte.
Am Ende ist man still.
Für immer.

Wir hätten richtig gute Freunde sein können. Und das ist das Behindertste an der ganzen Sache. Du hast mir meinen besten Freund weg genommen. Scheiß auf Beziehung. Das ganze Geknutsche und Händchenhalten ist mir egal. Was mir wichtig war, warst du.


All' das würd ich dir sagen, wenn du mir was bedeuten würdest. Tust du nicht. Ich lieb' dich nicht und es ist gut wie es ist.

___
Gefühlsmatsch mit Songzitaten von Heisskalt und Kraftklub.

Sonntag, 4. Mai 2014

Wie geht es dir?

Ich denke nicht mehr oft an dich.
Höchstens einmal pro Woche.
Ich habe auch nicht mehr das Bedürfnis dir zu schreiben.
Jedenfalls nicht immer.
Als du dich bei mir gemeldet hast, habe ich mich auch nicht gefreut.
Ich war bloß total aufgeregt.
Nur wenn ich an deiner Straße vorbei fahre, 
denke ich noch an dich und frage mich, 
was du wohl grade machst.
Und ob du spürst, dass ich da bin.
Wie geht es dir?

Montag, 21. April 2014

Hoffnung auf ein Happy End

Kennt ihr diese romantischen Komödien, die alle nach dem selben Schema aufgebaut sind?
Mann lernt Frau kennen - Beide sind total glücklich miteinander - Einer von beiden macht etwas dämliches/ es passiert etwas Schreckliches - die Beiden trennen sich - Alle sind total unglücklich - die Person an der's gescheitert ist entschuldigt sich - die Beiden kommen wieder zusammen - Alle sind glücklich
Kennt man ne?

Ich hasse diese Phase in den Filmen, in der alles schief läuft. Auch wenn ich genau weiß, dass am Ende alles gut ausgeht, kann ich es mir unglaublich schlecht angucken, wie Fehler gemacht und Herzen gebrochen werden. Es macht mich jedes mal furchtbar traurig und ich leide richtig mit den Personen mit.
Wenn ich den Streifen schon kenne, dann kann es sogar vorkommen, dass ich diesen Teil des Filmes einfach überspringe. Schlichtweg weil ich es mir dieses Unglück nicht antun möchte.

Das Problem ist, dass man im wirklichen Leben Schmerz, Trauer und Unglück nicht einfach überspringen oder vorspulen kann und dass man nicht wissen kann, ob am Ende alles wieder gut wird. Denn vielleicht ist dein Leben ja gar keine romantische Komödie sondern ein Beziehungsdrama oder ein Horrorfilm.
Man muss diese Phasen einfach hinnehmen, darf sich nicht die Augen zuhalten, den Ton ausstellen oder aufstehen und gehen. Denn das ist dein Leben und mitten auf der Strecke aussteigen ist nicht. Nimm es hin, schau genau zu, lerne aus Fehlern und hoffe einfach, dass am Ende doch noch alles gut ausgeht. Mehr kannst du eh nicht tun.


Dienstag, 11. März 2014

Komm. Lass uns doch Geschichte schreiben.

 Komm pack die Kamera...
 ...und wir machen ein paar Bilder

 Nur weil wir wissen,..
 ...diese Zeit ist nicht für immer

 Einmal bitte lächeln...
...und den Freund umarmen

Um uns später zu erinnern...
...dass wir Freunde waren.
Sie sagen dir, dass sich nach dem Abitur nichts ändert und dass wir für immer zusammen bleiben. Aber nichts ist für immer und alles ändert sich. Also genieße den Moment, denn du weißt nie, wer dir morgen schon fremd sein wird.
-When will I ever be this happy again?-

Montag, 3. Februar 2014

Spruch des Tages

Everyone is his own biggest enemy. Cause you can only fight yourself and whatever happens, wether you defeat yourself or win, you'll always loose at the end.
I think that's the real reason for everyone not being honest to themselves.
So at one point you just should stop giving a fuck and do or say whatever you like, because it can't get any worse.
Just think about it.

Montag, 27. Januar 2014

Auf drei!


Auf drei, auf zwei auf's neue Jahr!
!2014!

Ich versuche mehr zu bloggen (: Auch wenn's keiner mehr lesen wird aber ich tus für mich. Und vielleicht für meine beiden unwritten Mädels (: ♥
Auf und davon, Lisa

Dienstag, 16. Juli 2013

Spruch des Tages

Ich hab' letztens mal versucht normal zu sein.
Das waren die langweiligsten zehn Minuten meines Lebens!

Montag, 10. Juni 2013

Spruch des Tages

Sicherheitshalber tätowier ich mich, damit ich später nicht aus einer Laune heraus bei einer Versicherung arbeiten kann.

Freitag, 1. März 2013

Spruch des Tages

The most important days in your life are the day you were born and the day you find out why.

Freitag, 22. Februar 2013

Darf ein metallic-braunes Auto denn da parken? Und warum kann ich ohne dich nicht glücklich sein?

Es geht ohne dich.
Aber es ist trotzdem nicht weniger beschissen.

Und manchmal, ja manchmal geht es doch nicht.

-Thui


(Text aus der Überschrift stammt hier her.)

Donnerstag, 14. Februar 2013

I don't hear music anymore, my ears are tired of all the pictures in the words, 'cause you are in them. Still.

Don't fall in love. Fall off a bridge. It hurts less.

Der Text aus der Überschrift stammt aus dem Lied Hang You Up von Yellowcard. Falls es jemanden interessiert.

Donnerstag, 7. Februar 2013

Samstag, 2. Februar 2013

Ruf mich nicht an, ich bin tot.

Wenn deine ersten Worte am Morgen "hmmmmpf" sind, du aussiehst wie ein aufgequollener Panda und dein ganzes Zimmer nach Rauch stinkt, weißt du dass der Abend verdammt geil war.

Ps: Die Überschrift stammt aus dem Lied Augenbling von Seeed. Falls es jemanden interessiert.