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Mittwoch, 18. Februar 2015

Einzimmerwohnungmitmeerblick

Ich sitze auf der Fensterbank und starre auf mein Handy. Die Beine lasse ich aus dem Fenster baumeln. Auf der Straße fahren die Autos vorbei. Manchmal schaut mich einer der Autofahrer dämlich an. Dann zeige ich ihm meinen Mittelfinger. Die Sonne scheint und es fühlt sich gar nicht an wie Anfang Februar. Im Haus gegenüber streckt ein Kind seinen Kopf aus dem Fenster. "Wann gehen wir in den Zoo?" ruft es seiner Mutter zu, die unten vor der Haustür steht und sich mit der Nachbarin unterhält. 'Scheiß Zoo' denke ich. 'Alles Tierquälerei.' Und dann wünschte ich, ich wäre wieder acht und wüsste das nicht, weil Zoos eigentlich cool sind. 'Scheiß Älterwerden' denke ich und 'Scheiß Liebeskummer. Ich hab keinen um diesen ganzen Erwachsenenkram gebeten.' Ich habe große Lust einfach vom Fensterbrett zu rutschen und mich auf die Straße zu stürzen. 'Scheiß Erdgeschosswohnung' denke ich. 'Nichtmal vernünftig umbringen kann man sich hier.'
Die Mutter und das Kind auf der anderen Straßenseite sind verschwunden. Sie packen jetzt ihre Rucksäcke mit Keksen und Milchbrötchen und Trinkpäckchen und stinkenden Bifis voll und fahren dann in den scheiß Zoo. Ich bin so verzweifelt, dass ich sie am liebsten fragen würde, ob sie mich mitnehmen. Aber ich trage 'ne Jogginghose und hab' Pickel im Gesicht. Ich geh heute nirgends mehr hin. Deswegen sitze ich auch in meinem Fenster und nicht unten am Rhein. Bloß nicht unter Leute kommen. 'Scheiß Clerasil' denke ich, 'Alles Lüge. Bringt eh nichts' und schiebe mir das gefühlt tausendste Stück Schokolade an diesem Tag in den Mund. Aus der Wohnung über mir ertönt laut "Viva Colonia". 'Scheiß Karneval' stöhne ich und halte mir die Ohren zu. Ich vergrabe das Gesicht in den Händen und habe das unbändige Verlangen zu Schreien.
'Fick dich' denke ich und schaue auf mein Handy. Das WhatsApp Symbol funkelt mich hämisch an. "Keine neuen Nachrichten". 'Fick dich' denke ich wieder und werfe mein Handy quer durchs Zimmer Richtung Bett. 'Du merkst es ja nichtmal, wenn ich dich ignoriere.' Klatsch. Das Handy hat mein Bett um gut einen halben Meter verfehlt und ist mit dem Display auf dem hässlichen PVC Boden gelandet. 'Schrödingers Handy' denke ich. 'Ich weiß erst, ob es kaputt ist oder nicht, wenn ich nachgesehen habe.' Und dann fange ich an zu Heulen. Sitze in der warmen Februarsonne auf der Fensterbank meiner Einzimmerwohnung und heule wie ein kleines Mädchen.
'Ich wünschte ich hätte Bier' denke ich. 'Und Kippen. Dann könnte ich jetzt richtig schön asozial sein und das würde dich aufregen.' Schniefend wische ich mir den Rotz am Ärmel meines grauen Schlabberpullis ab. 'Aber du bist ja so damit beschäftigt unabhängig zu sein, du würdest es nichtmal mitkriegen.'
Mein Handy hat immer noch keinen Ton von sich gegeben. 'Scheiß Schrödinger' denke ich. Ein Autofahrer hält an der Ampel vor meinem Fenster und glubscht mich an. 'Scheißkerl' denke ich und strecke ihm meinen Mittelfinger entgegen. Er erwidert die Geste und braust davon. 'Scheiß Karma' denke ich. 'Ich hoffe du baust 'nen Unfall und verreckst dabei.' Und dann schäme ich mich, weil man sowas nicht denken darf. 
Ich schließe die Augen und drehe meinen Kopf in Richtung Sonne. Die warmen Strahlen trocknen die hellen Tränenspuren auf meinem Gesicht. Die Vögel zwitschern. Der Himmel ist blau, keine Wolke zu sehen. Die sind alle in meinem Kopf. 'Scheiß gutes Wetter' denke ich. Von Fern hört man das Rauschen der Autobahn.
Plötzlich brummt mein Handy. Wie elektrisiert reiße ich die Augen auf. 'Nein ich werde nicht nachschauen. Ich ignoriere dich grade und das sollst du mitkriegen' denke ich während ich auch schon eilig von der Fensterbank klettere. Als ich das Handy aufhebe zittern meine Finger. Ich gehe zurück zur Fensterbank und lehne mich mit der Hüfte dagegen. Die Sonne wärmt meinen Nacken. 'Na gut ich werde die Sms lesen aber antworten werde ich nicht' denke ich während ich das kleine Telefonhörersymbol anklicke. Schweigend starre ich deine Nachricht einige Minuten an. Schließlich tippe ich "Ich dich auch" und drücke auf "Senden". 'Scheiß Liebe' denke ich und muss lächeln.

Freitag, 28. November 2014

Die Philosophie des Glücks

"Ich frage mich, wo wir sein werden wenn wir 33 sind", sagte er und kickte gedankenverloren einen Stein in den Fluss. "33? Wieso ausgerechnet 33?" Ich musste lachen. "Weiß nicht", er grinste, "ist 'ne Schnapszahl. Und ich mag Schnaps." "Idiot" lachte ich und bückte mich um eine Muschel aufzuheben. Schweigend gingen wir weiter am Ufer entlang. Aber es ist kein gutes Schweigen. Ich merkte,dass er mit sich rang. Nach einigen Minuten brach er die Stille: "Nein mal ernsthaft jetzt. Was glaubst du, was dann ist? Wie wird es sein? Wie werden wir sein?" Ich seufzte."Woher soll ich das denn jetzt schon wissen? Das ist noch so lange hin." -"Aber mal angenommen.. Ich meine denk doch mal ehrlich drüber nach. Wo siehst du dich? Wo stehst du dann im Leben?" Er wirkte verzweifelt und ich merkte, dass es ihm wirklich wichtig war. "Okay" antwortete ich. "Lass mich kurz nachdenken. Dreiunddreißig.." Ich ließ mir das Wort im Mund zergehen, versuchte mir vorzustellen, wo ich leben werde, was ich arbeiten werde, wie ich aussehen werde. Hat man mit 33 schon Falten? "Ich denke" begann ich langsam "ich werde auf jeden Fall mein Studium beendet und einen festen Job gefunden haben. Ich habe einen festen, langfristigen Partner oder sogar Ehemann und wer weiß vielleicht habe ich auch ein Kind. Oder zwei oder drei oder dreiunddreißig!" Ich grinste, wollte ihn aufheitern aber ihm war nicht nach blöden Witzen zumute. "Ist es das was du willst? Ein Kind in diese Welt setzen? In diese Welt, die sich die Menschheit grade mehr und mehr selber zerstört? Gut uns wird es, wenn wir Glück haben, vielleicht nicht mehr betreffen, aber die Generation nach uns definitiv." Ich schaute ihn an. "Was meinst du damit?" "Na sieh doch mal: was glaubst du wie lange werden die Ölreserven des Planeten noch reichen? Oder Seen mit Trinkwasser. Wie lange wird es dauern, bis alle leer gepumpt wurden? Das sind keine unedlich verfügbaren Ressourcen. Das ist alles endlich! Und was glaubst du, was dann passiert? Kriege werden ausbrechen. Dann geht es nicht mehr um so banale Dinge wie Religion oder die Erweiterung eines Reiches. Dann geht es ums Horten von Lebensmitteln, ums nackte Überleben." Er warf verzeifelt die Hände in die Luft. "Das ist alles vorhersehbar. Früher oder später wird es so kommen, glaub mir. Und es wird eher früher als später eintreffen. Wer weiß vielleicht sind wir im höheren Alter sogar schon selber davon betroffen." Ich musste schlucken, unterbrach ihn jedoch nicht. "Und in diese Welt würdest du ein Kind setzen wollen? Ein unschuldiges kleines Kind, das nichts für all den Scheiß kann, den ihm frühere Generationen eingebrockt haben und des es jetzt ausbaden darf? Allen Kindern, die in den nächsten zwanzig Jahren geboren werden ist es quasi jetzt schon vorherbestimmt in einem der Wasser- oder Ölkriege einen grausamen Tod zu sterben. Ganz gleich ob als Soldat im brutalen Kampf oder an den schrecklichen Folgen des Hungers, der dann herrschen wird." Er war so aufgebracht. All' diese verstörenden Verschwörungstheorien, die da irgendwo in seinem Kopf herumschwirrten und jetzt an die Oberfläche drangen und dazu noch erschreckend realistisch klangen, machten ihm Angst. Ich blieb stehen. "Mir macht das auch Angst und ich bin mir dieser möglichen Tatsache durchaus bewusst, aber muss man denn alles direkt so schwarz sehen? Er ging noch einige Schritte ohne mich weiter, drehte sich aber schließlich doch zu mir um, so dass wir uns gegenüber standen. "Okay mal angenommen, es kommt nicht alles so tragisch, wie ich es befürchte, würde ich trotzdem kein Kind in diese Welt setzen wollen." "Wieso nicht" entgegenete ich. -"Weil die Welt und die Menschen, die auf ihr Leben auch jetzt schon schlimm genug ist. Es gibt auch jetzt schon genug Kriege, Unterdrückung, Menschenverfolgung, Folter, Seuchen und was weiß ich nicht alles. Und das wird sich definitiv auch nicht ändern oder bessern in den nächsten Jahren; das kannst selbst du nicht behaupten..." Er wirkte so unglaublich niedergeschlagen; ich ging einen Schritt auf ihn zu.
"Komm" sage ich und nehme seine Hand. "Lass mich dir etwas zeigen." Wir stapfen das Ufer hinauf, hin zu einem kleinen Spielplatz der versteckt hinter den Bäumen liegt. "Wir schaukeln jetzt" bestimme ich und ziehe ihn in Richtung Klettergerüst. "Und was soll das bringen" murrt er verdrossen und stapft missmutig durch den leicht feuchten Sand hinter mir her. "Wirst du schon sehen" sage ich und lächel ihn an. Kaum dass wir auf den Schaukeln sitzen, fange ich auch schon an zu Schwingen. "So hoch wie du kannst" rufe ich laut und lege mich ins Zeug. Der Ehrgeiz hat ihn gepackt und nun beginnnt auch er sich angestrengt vor und zurück zu schaukeln. Immer höher und höher. Die Kalte Novemberluft beißt im Gesicht, aber ich will noch mehr. "Schneller! Höher" kreische ich ausgelassen und ruder wild mit den Beinen. Er lacht. Da gleich hab ichs. "Es gibt einen Punkt" rufe ich ihm über den rauschenden Wind hinweg zu "an dem die Ketten der Schaukel nicht mehr straff gespannt sind, weil du zu hoch geschaukelt bist. Das ist der Höchste Punkt den du erreichen kannst. Und wenn du diesen einen Punkt erreicht hast, dann hält dich nichts mehr verstehst du? Du sitzt zwar auf dem Schaukelbrett und hälst dich an den Ketten fest, aber dadurch, dass sie nicht mehr straff gespannt sind fühlt es sich so an, als würdest du völlig frei schweben. Du bist schwerelos. Du fliegst!" Ich jauchze als ich nocheinmal kräftig schwung hole und das Adrenalin durch meinen Körper rauscht als sich die Ketten lockern und ich von nichts gehalten der Sonne entgegen schwinge. Ich schließe, die Augen, als ich für den nächsten Kick Schwung hole. Nur entfernt höre ich sein Lachen neben mir. Auch er hat jetzt den Punkt erreicht und fliegt. Wir schaukeln und Lachen und Kreischen und Jauchzen mit jedem Mal, das uns die Schaukel in Richtung Himmel katapultiert und uns für eine winzige kostbare Sekunde Freiheit schenkt.

Langsam lassen wir uns ausschaukeln und kommen schließlich mit roten Wangen, zerzausten Haaren und leuchtenden Augen nebeneinander zum Stehen. Ich schaue ihn an und lächele. "Siehst du: das ist pures Glück. Und ja du hast Recht, auf dieser Welt gibt es so viel Schlechtes und soviel Unglück aber ich glaube fest daran, dass alles Schöne und Gute, was diese Welt eben auch zu bieten hat, das Schlechte um ein vielfaches überwiegt." Ich stehe auf. "Wenn uns etwas nicht gefällt sind wir diejenigen, die es verändern müssen, wir sind die, die die Theorie vom Glück und nicht vom Unglück weiterverbreiten müssen und wir sind es auch, die Kinder in eben diese Welt setzen müssen, um sie zu einem besseren Ort zu machen.
Er lächelt und drückt mich an sich. "Elende Optimistin du."
Ich weiß, dass ich ihn nicht überzeugt habe, aber er hat verstanden und das ist das Wichtigste. Der nur aus Verständnis können neue Sichtweisen erwachsen
Schweigend gehen wir zurück zum Fluss. Aber dieses Mal, ist es ein gutes Schweigen.

Sonntag, 9. November 2014

Hobbys. -oder- Wenn deine Lieblingsbeschäftigung das pure Sein ist.

Was kannst du. Eigentlich?
Fragt sie.
Was machst du. Eigentlich?
Fragt er?
Was magst du. Eigentlich?
Fragt sie.
Was tust du. Eigentlich?
Fragt er.
Ich singeIchtanzeIchjoggeIchschwimmeIchfilmeIchzeichneIchskateIchkoche.
Antwortet ihr.
IchträumeIchdenkeIchfühleIchsucheIchfindeIchatmeIchliebeIchlache. Ich bin.
Antworte ich.

Das ist doch nichts richtiges.
Irgendwas musst du doch machen.

Ich. lebe.


Montag, 18. August 2014

Abenteuer

Letztes Jahr waren es meine Fotos.
Dieses Jahr ist es unser Video.

Doch beide zeigen das gleiche.
Ein unglaubliches Erlebnis.
Eine abgefahrene Woche.
Eine wunderschöne Erinnerung.
Ein unvergessliches Abenteuer.

Ladies and Gentlemen, ich präsentiere ihnen ROCK AM RING 2014 (klick!)
In den Hauptrollen: Wir!
Schaut es euch an.

    Danke!! ♥

Montag, 23. Juni 2014

Schicksale.

Es ist Montagnacht. Halb Zwölf. Und ich sollte endlich mal Schlafen gehen.
Seufzend klappe ich mein Buch zu und lege es auf den Nachttisch. Eigentlich viel zu Schade mitten im Kapitel aufzuhören. Aber ich muss morgen früh raus. Ich lösche das Licht und rolle mich auf die Seite.
...
Ach scheiß drauf. Wenigstens ein Kapitel noch. Ich mache das Licht wieder an und greife mit eiligen Bewegungen nach meinem Buch. Ich kann es kaum erwarten, wie es weiter geht. Wird er noch rechtzeitig ankommen? Ich gehe durch die Nacht, meine Beine tragen mich, bewegen sich unermüdlich, Kilometer um Kilometer. Mein Fenster ist offen. Von draußen höre ich Geschrei. Es nervt. Aber nicht zu sehr, als dass ich aufstehen würde, um das Fenster zu schließen. Die Sohlen meiner Schuhe berühren den Boden kaum, gleiten über Das Gebrüll ist lauter als sonst. Es klingt als würden sich zwei Männer streiten. Verdammte Hochhaussiedlung. Ich versuche mich zu konzentrieren. gleiten über den Asphalt. Da ist ein großer dunkler Parkplatz, auf dem nur ein einziges Auto Gott sind die laut. Ich überlege das Fenster doch zuzumachen. Muss ein echt heftiger Streit sein heute. Ich höre eine Frau schreien. auf dem nur ein einziges Auto steht. Ein Auto dessen Tür aufgestoßen wird, als ich Was war das? Ich lausche in die Dunkelheit. Drehe meinen Kopf zum Fenster hin. Bin mir sicher ein Kind weinen gehört zu haben. Da schon wieder. Zu laut, zu deutlich um überhört werden zu können. Dann etwas dumpfes, ein klatschen. Fast wie ein Schlag ins Gesicht. Ich kneife die Augen zusammen. als ich Verdammt es geht nicht. Ich stehe auf und spähe durch den Spalt zwischen meinen Vorhängen. Das Licht der Laterne blendet mich. Ich kann nichts erkennen. Ich mache meine Nachttischlampe aus. Will nich, dass jemand sieht, dass ich noch wach bin. Der Wecker zeigt Mitternacht. Ich lausche. Das Weinen wird lauter. Auch das Gebrüll der Männer. Das muss doch verdamt nochmal jemand hören. Ich habe Angst.
Plötzlich wird es still. Totenstill. Ich bekomme Panik.
Doch dann höre ich gegenüber die Tür aufgehen. Jetzt, ganz deutlich: Kinderschreie. Die Schreie vieler Kinder. Und sie Stimme einer Frau. Hektisch. Abgehackt. "Bitte kommen Sie. Schnell. Ich glaube, die bringen sich da oben um."
Scheiße.
...
Eine Schrecksekunde. Vielleicht zwei. Dann springe ich aus dem Bett. Scheiß auf BH oder Schuhe, 'ne Hose muss reichen. Ich schnappe mir die Wohnungsschlüssel und renne auf die Straße.
Da auf der gegenüberliegenden Straßenseite stehen sie. Eine Frau mit; ich muss schlucken; sechs kleinen Kindern an der Hand. Die Jüngste höchstens zwei Jahre alt. Sie weinen, brüllen, schreien aufgeregt durcheinander, während die Frau immer noch aufgelöst in ihr Handy spricht. Ich nähere mich ihnen vorsichtig.
"Entschuldigen sie.. Brauchen sie Hilfe?" Die Kinder verstummen auf die Sekunde und starren mich mit großen Augen an. Hastig wendet sich die junge Frau mir zu. Ihre strähnigen Haare sind blond gefärbt. Der Ansatz wächst bereits deutlich dunkler nach. Sie hat tiefe Ringe unter den Augen. Und sie ist dünn. Erschreckend dünn. "Ja. Bitte. Da oben. Mein Mann. Eifersüchtig. Hat mich geschlagen. Sind geflüchtet. Raus hier. Nur raus hier." Unzusammenhängende Worte sprudeln aus ihrem Mund während sie mich entsetzt ansieht. "Ein Freund von uns. Seine Kinder. Eifersüchtig. Messer. Die bringen sich um." Und immer wieder: "Die bringen sich um". Ich denke nicht nach. Schaue in die Gesichter der Kinder. Keins scheint verletzt. Gut. "Kommen sie. Wir gehen rüber in unseren Hausflur. Da sind sie sicherer falls der Typ runter kommt." Mir wird kalt. Falls der Typ runter kommt.
"Okay okay. Gehen wir." Hektisch packt sie zwei der Kinder am Ärmel. Den Rest treibt sie vor sich her. Wir hasten über die Straße.
Ich will das Licht ausmachen. Will, dass sie die Tür schließt. Aber sie möchte ihren Hauseingang beobachten. Ich traue mich nicht, etwas zu sagen. Lass ihn nur nicht runterkommen. Er darf bloß nicht sehen, wo ich wohne und seine Frau und Kinder verstecke. Bloß nicht. Ich zittere.
Alles ist still. Die Kinder um mich herum schauen mich an. Große Kulleraugen, die noch tränenfeucht glänzen. Ich hocke mich zu ihnen. "Hallo. Also ich bin Lisa und wie heißt ihr?" Ein aufgeregtes Geplapper entsteht. Jeder will zuerst. "Ich bin Jerome." "Ronny." "Ich heiße Jaquline." "Pascal." "Justin." "Und das da ist Jenny." Der Kleinsten fällt der Schnuller aus dem Mund. Ich muss lächeln.
"Schhhhhh!!" fährt die Mutter sie an. Augenblicklich verstummen die Kinder vor meinen Augen. Hey nicht so aggressiv. Sei froh, dass ich deine Blagen ablenke und sie nicht mehr heulen! Aber ich will mich ja nicht in die Erziehung anderer Leute einmischen. Wann kommt bloß dieses verdammte Polizeiauto?
"Ich komme nach den Ferien in die Schule." "Oh wirklich? Und freust" "Wir sind sogar schon in der zweiten Klasse!" "Wow. Das ist ja" "Guck mal ich hab Hello Kitty Socken." "Oh die sind aber" "Zu meinem Geburtstag bekomme ich ein Fahrrad." "Pscht! Jetzt seid verdammt nochmal leise!!" Erschrocken heben wir sieben die Köpfe. Ich habe mir noch nie von jemandem so den Mund verbieten lassen. Immerhin ist das hier mein Hausflur. Sie sollte lieber froh sein, dass.. Ein Polizeiauto biegt fast lautlos um die Kurve. Nur zu erkennen an seinem schleichenden, suchenden Tempo. Aufgeregt springt sie aus meinem Hausflur heraus auf die Straße und winkt mit den Armen. Ich bleibe bei den Kindern stehen. Sie redet auf die Polizisten ein. Gestikuliert wild. Deutet immer wieder nach oben. Dreht sich kein einziges Mal zu uns um. Die Polizisten betreten das Gebäude. Sie bleibt noch einen Moment lang unschlüssig stehen, kommt dann zu uns zurück. "Ist am besten wenn ich jetzt reingehe und meine Sachen hole, oder? Jetzt wo die Beamten da sind kann ja nichts passieren." "Hm ja. Ja ist wahrscheinlich besser so." Und die Sachen von den Kindern? "Haben sie denn einen Platz wo sie heute Nacht hinkönnen?" "Nein. Hab ich natürlich nicht!" "Hm." Ich würde ihr unser Wohnzimmer anbieten. Würde ich wirklich tun. Nicht für sie. Für die Kinder. Aber kann ich natürlich nicht. Mein Papa würde mich lynchen.
"Also wir gehen jetzt da rüber. Zack Zack." Sie packt die Kinder an den Händen und erneut hasten sie über die Straße. Nur diesesmal ohne mich.
...
In Sekundenschnelle sind sie im Schatten des hohen Gebäudes verschwunden. Ich bleibe noch ein paar Minuten im Hauseingang stehen. Barfuß. Und zitternd. Als wäre ich eins ihrer Kinder, dass sie vergessen hat.
Schließlich schließe ich die Tür. Drehe den Schlüssel zweimal im Schloss herum und tapse zurück in mein Zimmer. Ich lausche durch die Dunkelheit nach draußen. Doch jetzt, ist nichts mehr zu hören. Irgendwann fährt ein Auto davon. Ob sie mitgefahren oder geblieben sind, weiß ich nicht.
Deswegen mag ich Bücher. Da erfährt man, wie die Geschichte endet.

Freitag, 9. Mai 2014

Ironie.

Es ist schon komisch. Dienstagabend wollte ich unbedingt schlafen gehen, weil ich hoffte, dann von dir zu träumen. Mittwochabend hatte ich Angst schlafen zu gehen, weil ich wusste, ich würde dann von dir träumen.
Wie sich die Welt innerhalb eines Tages auf den Kopf stellen kann.

Und wir stoßen an, auf den Sommer, der unserer hätte werden können.

Perspektivlos dümpel ich durch mein Leben.
 Eine Flaute. Kein Land in Sicht
Ertränke die langen Wochenenden in Langeweile und Tränen.
 Ein Ozean. Tief, endlos und dunkel.
Schreibe hundert Sms, von denen keine jemals abgeschickt werden wird.
 Eine Flaschenpost. Niemand wird sie lesen.
Lasse die Tage in Arbeit versinken, nur um nicht denken zu müssen.
 Ein Loch. Das geflickt werden muss.
Suche nach alternativen Beschäftigungen.
  Ein Schiff. Das nicht untergehen darf.
Weiß nichts mit mir anzufangen.
 Ein Seemann. Der seinen Kompass verlor.

Zwischen "Vermiss mich nicht" und "Vermiss mich ein bisschen"

Und immer wenn ich deine gut gelaunte Fresse sehe, könnte ich reinschlagen.
Dich durch deinen Lieblingsclub gehen sehe. Der einmal unserer war.
Und immer wenn ich dein blödes Lachen höre, könnte ich kotzen.
Dich mit deinen Freunden reden höre. Die einmal unsere waren.

Wie lange hast du mich vermisst? Hm, wie lange hast du gebraucht um über mich hinwegzukommen? Eine Stunde? Zwei? Mit Sicherheit nicht länger.
Als ich leergeweint auf dem kalten Fußboden saß, was hast du da gemacht? Mit deinen Freunden gekifft? Fernsehen geguckt? Schon die Nächste gevögelt? Mit Sicherheit nichts cooles.

Am Anfang ist man tot.
Von Innen.
Dann nur noch leer.
Dann denkt man, man sei schon darüber hinweg.
Für ein paar glückliche Tage.
Und dann versteht man.
Versteht, dass es immer noch weh tut.
Viel mehr als am Anfang.
Und man weint.
Viel mehr, als man jemals gedacht hätte.
Am Ende ist man still.
Für immer.

Wir hätten richtig gute Freunde sein können. Und das ist das Behindertste an der ganzen Sache. Du hast mir meinen besten Freund weg genommen. Scheiß auf Beziehung. Das ganze Geknutsche und Händchenhalten ist mir egal. Was mir wichtig war, warst du.


All' das würd ich dir sagen, wenn du mir was bedeuten würdest. Tust du nicht. Ich lieb' dich nicht und es ist gut wie es ist.

___
Gefühlsmatsch mit Songzitaten von Heisskalt und Kraftklub.

Sonntag, 4. Mai 2014

Wie geht es dir?

Ich denke nicht mehr oft an dich.
Höchstens einmal pro Woche.
Ich habe auch nicht mehr das Bedürfnis dir zu schreiben.
Jedenfalls nicht immer.
Als du dich bei mir gemeldet hast, habe ich mich auch nicht gefreut.
Ich war bloß total aufgeregt.
Nur wenn ich an deiner Straße vorbei fahre, 
denke ich noch an dich und frage mich, 
was du wohl grade machst.
Und ob du spürst, dass ich da bin.
Wie geht es dir?

Montag, 21. April 2014

Hoffnung auf ein Happy End

Kennt ihr diese romantischen Komödien, die alle nach dem selben Schema aufgebaut sind?
Mann lernt Frau kennen - Beide sind total glücklich miteinander - Einer von beiden macht etwas dämliches/ es passiert etwas Schreckliches - die Beiden trennen sich - Alle sind total unglücklich - die Person an der's gescheitert ist entschuldigt sich - die Beiden kommen wieder zusammen - Alle sind glücklich
Kennt man ne?

Ich hasse diese Phase in den Filmen, in der alles schief läuft. Auch wenn ich genau weiß, dass am Ende alles gut ausgeht, kann ich es mir unglaublich schlecht angucken, wie Fehler gemacht und Herzen gebrochen werden. Es macht mich jedes mal furchtbar traurig und ich leide richtig mit den Personen mit.
Wenn ich den Streifen schon kenne, dann kann es sogar vorkommen, dass ich diesen Teil des Filmes einfach überspringe. Schlichtweg weil ich es mir dieses Unglück nicht antun möchte.

Das Problem ist, dass man im wirklichen Leben Schmerz, Trauer und Unglück nicht einfach überspringen oder vorspulen kann und dass man nicht wissen kann, ob am Ende alles wieder gut wird. Denn vielleicht ist dein Leben ja gar keine romantische Komödie sondern ein Beziehungsdrama oder ein Horrorfilm.
Man muss diese Phasen einfach hinnehmen, darf sich nicht die Augen zuhalten, den Ton ausstellen oder aufstehen und gehen. Denn das ist dein Leben und mitten auf der Strecke aussteigen ist nicht. Nimm es hin, schau genau zu, lerne aus Fehlern und hoffe einfach, dass am Ende doch noch alles gut ausgeht. Mehr kannst du eh nicht tun.


Dienstag, 11. März 2014

Komm. Lass uns doch Geschichte schreiben.

 Komm pack die Kamera...
 ...und wir machen ein paar Bilder

 Nur weil wir wissen,..
 ...diese Zeit ist nicht für immer

 Einmal bitte lächeln...
...und den Freund umarmen

Um uns später zu erinnern...
...dass wir Freunde waren.
Sie sagen dir, dass sich nach dem Abitur nichts ändert und dass wir für immer zusammen bleiben. Aber nichts ist für immer und alles ändert sich. Also genieße den Moment, denn du weißt nie, wer dir morgen schon fremd sein wird.
-When will I ever be this happy again?-

Montag, 10. März 2014

90er ♥

Booooh Leute ich LIEBE die 90er!

Grade aus Todeslangeweile mein Zimmer umdekoriert und irgendwie nicht die passende Musik dafür gefunden. Also zack zack nach Spotify und mir Playlists angeguckt.
Hab dann unter "Radio" "90er" angeklickt, mich meinem Zimmer zugewandt und bin ABGEGANGEN.
Damals wurd einfach SO coole Musik gemacht. So Zeug bei dem man im Auto IMMER das Radio laut drehen und lachend der Sonne entgegen fahren will. Und auch wenn's die Backstreet Boys, Jennifer Lopez oder sonst wer ist, die 90er sind einfach das Jahrzehnt der Gute-Laune-Musik.

Und es sind ALLES Lieder, die ich als Kind fröhlich mitgeträllert habe und heute, wo ich sie bewusst höre und die Lyrics checke find ichs echt witzig dass ich als achtjährige "You and me baby ain't nothin' but mammals. So let's do it like they do on the Discovery Channel. Gettin' horny now." ganz toll fand :D Schön, dass man damals noch so unschuldig war.

Isn't it ironic?

Und jetzt sitz ich hier vor meinem PC und gröhle lauthals "Do you beliiiiiiiiiieve in life after love"
Hach ja das Leben ist schön.

Zieht euch die Playlist mal rein. Ich mach gleich mit der 80er weiter. Da ist bestimmt auch viel geiles Zeug dabei :D
Und vergesst niemals: "Don't let go you got the music in you!"

Auf und davon zur nächsten 90er Party eure Lisa :)

Sonntag, 2. Februar 2014

Dreads #3

Hallu (:
Ich hab seit langem mal wieder ein Update Video zu meinen Dreads gemacht.
Wenn es euch interessiert, hier! ist mein Youtube Kanal, wo ihr auch meine anderen beiden Dreadlocks Videos findet.

Bestes Thumbnail-Foto-Face ever.

Auf und davon, lisa

Montag, 27. Januar 2014

Auf drei!


Auf drei, auf zwei auf's neue Jahr!
!2014!

Ich versuche mehr zu bloggen (: Auch wenn's keiner mehr lesen wird aber ich tus für mich. Und vielleicht für meine beiden unwritten Mädels (: ♥
Auf und davon, Lisa

Sonntag, 15. September 2013

Instagram

Huhu :))

Ich hab's euch doch versprochen!! Ich verhipstere irgendwann nochmal vollständig :D
Seit letzter Woche Samstag gehört mir ein wunderschönes bordeaux rotes S3 mini und ich hab es natürlich sofort total mit allen möglichen und unmöglichen Apps vollgepackt :D

Da ist natürlich auch Instagram bei und heute bin ich endlich mal dazu gekommen mir einen Account zu machen und die ersten Fotos hochzuladen (:
Wer mir folgen will kann das gerne tun: lisahasihipster ist mein bescheidener Name ;D

Seid ihr auch bei Instagram? Und wenn ja warum? Schreibt mir wie ihr heißt und ich freu mich darauf eure Fotos anzugucken. Ich hoffe nur, es sind nicht die selben wie auf euren Blogs. Die kenn ich ja alle schon. Das wär mir zu langweilig :D

Auf und davon, Lisa

Montag, 19. August 2013

Dreads 2.0

Hi Leute (:
Mein zweites Dreadvideo ist online!
Ich war eine Woche auf Gran Canaria und berichte über meine Erfahrungen mit den Dreadlocks dort.
Schaut doch mal rein. Ich würd mich echt freuen (:
Ihr findet es genau HIER!

Auf und davon Lisa

Donnerstag, 1. August 2013

Dreads!

Leute, leute ich werd jetzt berühmt! :D

Ich hab seit drei Wochen Dreadlocks und will jetzt anfangen regelmäßig Videos darüber zu machen. Vielleicht interessiert sich ja jemand dafür (:
Also falls ihr neugierig seid, wie ich mit Dreads aussehe, werdet JETZT meine ersten Abonnenten!
Mein Kanal: klick!
Mein erstes Video über Dreads: klick!

Ich hoffe es gefällt euch (:
Euer Blospot-, Twitter-, Youtubehipster ♥

Voten! Voten! Voten!

Hey Leute ihr würdet mir einen riesigen Gefallen tun wenn ihr HIER (klick) für mich voten würdet!
Man schickt seine coolsten Festivalbilder ein und kann mit etwas Glück seinen Ticketpreis zurück gewinnen (:
Ihr müsst auf die Markierung für Rock am Ring klicken (sie liegt unter Köln und rechts von Luxemburg) und da findet ihr dann meine beiden Fotos (auf der 2. und 3. Seite)
Ich hab mich für den rasierten Rücken von meinem Kumpel entschieden. Das coolste RAR Tattoo überhaupt! Und für ein Bild aus der Menge. Beides Fotos die eich auch schon hier gebloggt habe. Sollten zu finden sein, da ja auch mein Name drunter steht. (:
Das Verkehrsschild auf dem Gladbeck steht (was ich hier auch schon gepostet habe) ist von nem Freund.. Wenn ihr also eh schon dabei seid könnt ihr für ihn auch noch abstimmen :D

Also wär cool wenn ihr für mich votet und euren Freunden davon erzählt und mir helft das nötige Kleingeld fürs nächste Festival zu gewinnen!

MAKE MY FESTIVAL

Samstag, 20. Juli 2013

Ich will am Ende sagen könn': Ich war dabei!

 Viel zu lange hat dieser Post auf sich warten lassen. Vielleicht weil ich keine Zeit hatte, oder keinen Bock. Aber ich glaube es lag daran dass ich keine Worte gefunden habe, um diese fünf Tage Rock am Ring zu beschreiben.

Ich hör' die ganze Zeit "Nicht Allein" von Thomas Godoj und ich denke, dass er all' das, was ich über dieses Festival sagen will und nicht kann, ziemlich gut getroffen hat. Hört es euch an während ihr die Fotos anguckt.

Das wichtigste sind die Menschen, die dich begleiten..
...und ohne die, es nun mal einfach nicht geht.
















Die verrückten Typen...
                                                         
...mit den verrückten Ideen...


...und ihren noch verrückteren Freundinnen.
Unvergessliche Konzerte...
...von Simple Plan...
...von Kraftklub...
...von Seeed...
...und von CRO.
Die witzigen Spinner, die man kennen lernt...
...oder irgendwo findet...
...und zu denen man ja selber auch irgendwie gehört.

Die unvergleichbare Festivalatmosphäre...
...die schon auf den überfüllten Parkplätzen beginnt...

...auf den riesigen Zeltplätzen weitergeht...
...und im Gedränge der Konzerte ihren Höhepunkt findet.

Erlebnisse, der ganz besonderen Art.




Denn glückliche Menschen,...

...sind schöne Menschen.







Danke für diese unbeschreibliche Zeit!

Wer weiß, wann und ob ich nochmal die Chance haben werde, so etwas erleben zu dürfen und wenn ja mit wem. Das was im Moment zählt sind diese fünf Tage mit euch, die wir niemlas wiederholen können. Und das ist gut so.

Sonntag, 23. Juni 2013

Twitter

So.
Ich bin völlig überarbeitet. Komme kaum noch dazu zu schlafen, geschweige denn zu bloggen und zu allem Überfluss hab ich jetzt auch noch beschlossen ein vollständiger Hipster zu werden und mir neben Jutebeutel und Ohr-Mützen jetzt auch noch Twitter anzuschaffen.
Ihr findet mich unter dem Namen "Geschichtensammlerin" (wie auch sonst) oder unter @Gschchtnsmmlrn (haha checkt ihr's? Das ist Geschichtensammlerin ohne Vokale. Wie cool ich bin.)

An alle von euch die auch einen Twitteraccount besitzen: Ich würde mich riesig freuen, wenn ihr meine ersten Follower werdet und mir unter anderem erklärt wozu dieses @Gschchtnsmmlrn überhaupt gut ist :D
Ich kenn mich leider noch nicht so gut aus.

Morgen wird weiter gehipstert und dann schaff ich mir Instergram an.
Ja und dann irgendwann vielleicht auch mal in ein fähiges Smartphone damit ich den ganzen Quatsch auch ultracool von unterwegs erledigen kann!

So long.

Ps: Das hab ich nur gemacht damit ich endlich #Hashtags benutzen kann :)) ♥